Was Sie schon immer über Seide wissen wollten!

Seide gehörte zu den kostbarsten Handelswaren, die seit jeher über die Seidenstraße aus China nach Europa transportiert wurden. Noch heute wird in China der Hauptanteil produziert wird, aber auch Japan und Indien sind weitere wichtige Erzeugerländer.

Bei Seide handelt es sich ganz allgemein um eine feine Textilfaser, die aus den Kokons von Seidenraupen, der Larve des Schmetterlings gewonnen wird. Die Raupen verpuppen sich indem sie Seide in speziellen Drüsen im Maul produzieren und in großen Schlaufen in bis zu 300.000 Windungen um sich herum legen. Es entsteht so ein Kokon, der zur Textilherstellung wieder abgewickelt wird (abhaspeln). Danach werden die Seidenfäden gekocht, um die Seide vom Seidenschleim (Seidenbast) zu befreien. Dadurch wird die Seide dünner, geschmeidiger und glänzender. Anschließend werden die Fäden miteinander verzwirnt: Durch unterschiedliches Verzwirnen entstehen unterschiedliche Kett- und Schussfäden, was für die Weiterverarbeitung wichtig ist und zu unterschiedlichen Gewebestrukturen führt.

Da es im Sprachgebrauch eine Vielzahl von Begriffen rund um die Seide gibt, soll hier etwas systematisiert werden:

1. Seidenarten nach dem Erzeugertier:

- Maulbeerseide

wird aus dem Konkon des Seidenspinners gewonnen, dessen Raupen sich hauptsächlich von Maulbeerbaumblättern ernähren. Die Raupe spinnt ihren Kokon aus einem einzigen langen Faden, der meist reinweiß ist, wodurch sie sich besonders leicht einfärben lässt.

Tussahseide

wird aus den Kokons der wild lebenden japanischen und chinesischen Tussahspinner gewonnen, die sich von Eichenlaub ernähren, deshalb werden sie auch Eichenspinner genannt. Der Faden ist meist durch Gerbsäure angefärbt und wird daher ungebleicht und ungefärbt zu Rohseidenstoffen verarbeitet. Auch ist der Faden etwas stärker als der der Maulbeerseide.

Fagareseide

wird aus den Kokons des Atlasspinner gewonnen, der in ganz Ostasien beheimatet ist. Im Gegensatz zu den Kokons anderer Seidenspinnerarten besteht der Kokon des Atlasspinners nicht aus einem langen Faden, sondern aus vielen kurzen Fäden.

Übrigens: Tussah- und Fagareseide bezeichnet man auch als Wildseide, da hier die Kokons von bereits geschlüpften Schmetterlingen gesammelt und verarbeitet werden. Im Gegensatz dazu werden bei der Maulbeerseidenherstellung die Tiere in Ihren Kokons getötet.

Seit 2001 ist eine neue Herstellungsmethode von dem Indischen Ingenieur Kusuma Rajaiah entwickelt worden, die eine ethisch und wirtschaftlich vertretbaren Methode darstellt, Seidenstoffe herzustellen, ohne die Puppen in kochendem Wasser abtöten zu müssen. Man bezeichnet die so hergestellte Seide als Ahimsa-Seide. Sie ist wesentlich teurer als Seide aus herkömmlicher Produktion, aber bei Tierliebhaber sehr beliebt.

 

2. Seidenarten nach den Qualitäten:

Haspelseide

wird aus einem einzigen Faden aus dem Mittelteil des Kokons hergestellt. Der Prozess des "Abwickelns" nennt sich in der Fachsprache "Abhaspeln".

Schappeseide

Aus den Fadenanfängen und -enden wird diese Seide gewonnen. Die Fasern sind von mittlerer Länge, etwa 15 Millimeter.

Bouretteseide

Zu dieser Seide werden die kürzeren Fasern, die beim Auskämmen übrig bleiben sowie Kokonreste verarbeitet. Sie kann nicht vollkommen vom Seidenleim, der den Kokon zusammenhält, befreit werden. Bouretteseide ist weniger glatt als andere Seiden und hat eine leicht noppige Struktur.

Dupionseide

Dupionseide weist eine etwas unregelmäßige Struktur auf. Sie stammt aus den abgehaspelten Fäden von Doppelkokons (wenn sich 2 Raupen gemeinsam verpuppt haben, italienisch: duplicato) des Maulbeerseidenspinners. Dupionseide wird in Indien produziert.[1]

Noileseide

gehört zu den Maulbeerseiden und wird in einem Zug vom Kokon abgehaspelt. Sie zählt zu den edelsten Seidenarten. 

Shantung-Seide

wird im Gegensatz zu den anderen Seidenarten nicht entbastet (in Seifenwasser gekocht, um den Seidenleim zu entfernen) und stammt aus der gleichnamigen Provinz in China.

Seidenarten nach Gewebeart

Chiffon

ist ein sehr feines und leichtes Gewebe aus stark gedrehten Garnen, besitzt ein feines, unregelmäßiges Oberflächenbild und einen „sandigen“ Griff. Kann leicht durchsichtig sein.

Crepe de Chine und Georgette

sind die Bezeichnungen für ein dünnes, schleierartiges Gewebe aus Seide. Sie sind ist etwas schwerer und weniger transparent als der verwandte Chiffon. Durch Verwendung verdrillter Fäden aus Haspelseide in Taftbindung entsteht eine strukturierte Oberfläche mit Kreppeffekt. Georgette ist etwas stärker als Crepe de Chine.

Faille

ähnelt dem Taft, weist aber in regelmäßigen Abständen dickeres Garn auf.

Habotaiseide

zeichnet sich als eine besonders weiße und glänzende Seide aus und wird gerne für die Seidenmalerei eingesetzt, da sie aufgrund ihrer hellen Färbung und anderen Eigenschaften die Farbe besonders gut aufnehmen kann.

Organza Taft

besteht aus stark gedrehtem Seidengarn. Die Besonderheit dieses Gewebes ist es, dass der Seidenleim nicht entfernt wird, wodurch sich ein fester Griff und eine leichte Knitteranfälligkeit ergeben.

Twill Seide

besteht komplett aus Haspelseide, deren Fäden in Schuss und Kette leicht gedreht werden. Sie wird doppelt gewebt, ist glänzend und sehr geschmeidig.

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